Wenn sich ein ausländisches Unternehmen in Dänemark niederlässt, muss das Unternehmen:

  • in Dänemark erzielte Gewinne in Dänemark versteuern
  • Steuern für das Arbeitsentgelt von Angestellten in Dänemark einbehalten.

Gleiches gilt für ausländische Selbstständige, die sich in Dänemark niederlassen.

Das Unternehmen hat Betriebsstätte in Dänemark, wenn:

  • die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens von einem festen Geschäftsort aus ausgeführt werden und 
  • wenn die Geschäftstätigkeiten von einer gewissen Dauer sind. 

Eine Betriebsstätte ist ein fester Geschäftsort, an dem die Arbeit ausgeführt wird oder von wo aus das Unternehmen geführt wird. 

Beispiel für Betriebsstätten

Eine Betriebsstätte ist z.B.: 

  • ein Büro, eine Filiale, eine Fabrik, eine Werkstatt/Werkhalle oder ein Stück Land

  • das Büro eines Unternehmensvertreters, der Verträge im Namen des Unternehmens abschließt

  • ein Bau- bzw. Entwicklungsprojekt oder Aktivitäten, die die Planung, Überwachung, Beratung oder andere Funktionen eines solchen Projektes beinhalten.

Keine feste Beitriebsstätte

Ein Unternehmen hat keine feste Betriebsstätte, wenn es ausschließlich durch einen Makler, einen Provisionsvertreter oder einen unabhängigen Vertreter geschäftlich tätig ist. 

Bei Arbeit mit vorbereitendem oder unterstützendem Charakter, durch die kein Einkommen erzielt wird, liegt keine Betriebsstätte vor (einschließlich Warenlager, Einkaufsbüro oder eine Postanschrift bei einem Berater).

Die Arbeit muss eine gewisse Dauer haben - für gewöhnlich etwa sechs Monate. Es wurde aber seitens der Behörden keine Mindestdauer festgelegt. Eine feste Betriebsstätte kann auch vorliegen, wenn die Geschäftstätigkeit nur über einen kurzen Zeitraum ausgeführt wurde, sofern alle Aktivitäten am Geschäftsort stattfinden.

Wenn Arbeiten am Geschäftsort zu verschiedenen Zeitpunkten ausgeführt werden, werden diese zusammengezählt. Dies gilt auch für z.B. Saisonarbeiter.

Für die Baubranche gelten besondere Regeln. Eine Betriebsstätte liegt dann vor, wenn die Geschäftstätigkeit mindestens 6 oder 12 Monate dauert, je nach Vereinbarung zwischen Dänemark und dem Heimatland.

  • Bauunternehmen aus Deutschland, Polen oder Rumänien, die mehr als 12 Monate an einem Bauprojekt in Dänemark arbeiten, haben hier Betriebsstätte.

  • Bauunternehmen aus Estland, Lettland oder Litauen haben Betriebsstätte in Dänemark, wenn das Bauprojekt länger als 6 Monate dauert.

  • Wenn keine Vereinbarung zwischen Dänemark und dem Heimatland vorliegt, hat das Bauunternehmen ab dem ersten Tag in Dänemark hier Betriebsstätte. Dies gilt z.B. für Frankreich und Spanien.

Weitere Informationen finden Sie auf Dänisch in unseren rechtlichen Hinweisen (C.F.8.2.2.5.1 und C.D.1.2.2.).

Beispiel 1

Ein nicht dänisches Bauunternehmen arbeitet an der Errichtung mehrerer Gebäude in Dänemark. Jedes Bauprojekt nimmt einige Monate in Anspruch, an verschiedenen Orten in Dänemark.

Insgesamt arbeiten die Angestellten des Unternehmens an 200 Tagen pro Jahr in Dänemark.

Da sich die Baustellen an verschiedenen Orten befinden und jedes Bauprojekt nur einige wenige Monate dauert, hat das Unternehmen keine feste Betriebsstätte in Dänemark. 

Angestellte, die sich innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten länger als 183 Tage in Dänemark aufhalten, müssen sich beim Dänischen Steueramt (Skattestyrelsen) registrieren lassen und ihr in Dänemark erzieltes Einkommen versteuern. 

Beispiel 2

Wenn das Unternehmen eine Postanschrift bei einem Berater in Dänemark registrieren lässt und an dieser Adresse eine Filiale registrieren lässt, ohne dort eigentliche Geschäftstätigkeiten auszuüben, liegt keine feste Betriebsstätte vor. 

Beispiel 3

Wenn ein nicht dänisches Reinigungsunternehmen einen dauerhaften Vertrag für Gebäudereinigung in Dänemark abgeschlossen hat, hat das Unternehmen Betriebsstätte in Dänemark.